Das Gefühl eine Mogelpackung zu sein: Schwarze Frauen und das Impostor Syndrom

“Eigentlich wartet man nur darauf, dass jemand einen anguckt und sagt: Was machst du eigentlich hier? Du kannst das doch gar nicht!” Aissatou Lisa Diallo-Büschges ist 26 Jahre alt. Sie lebt und arbeitet in Hamburg als Senior-Beraterin in der Elbkind Werbeagentur. Aissatou ist jung, macht Karriere, arbeitet hart und blickt auf viele Errungenschaften zurück. Das ist beeindruckend. Sie sieht das anders. Erkennt ihren Erfolg nicht an. Nicht konstant. Eher in Schüben. An guten Tagen ist alles ok. An Schlechten, durchfährt Aissatou das Gefühl, dass sie eine Mogelpackung sei. Sie wartet darauf, dass sie enttarnt wird. Komplimente oder positives Feedback zerschmettert sie mit Sätzen, wie “Ich habe echt schon bessere Arbeit geleistet.” Für dieses Gefühl gibt es einen Begriff: Das Impostor Syndrom. Auch Hochstapler*innen Syndrom genannt. Leistungsstarke, objektiv betrachtet, kompetente und erfolgreiche Personen neigen dazu ihre Leistungen zu mindern, ihren Erfolg dem Glück zuzuschreiben und haben immer wieder Angst, als Betrüger*innen aus dem Verkehr gezogen zu werden. Aissatou ist nicht die Einzige. Ganze 70 Prozent der Amerikaner*innen kämpfen mit diesen aufdringlichen Gedanken, die durch das sogenannte Hochstapler*innen Syndrom hervorgerufen werden. Was es damit genau auf sich hat und warum es insbesondere für Schwarze Frauen in Deutschland relevant ist, haben wir mit Stephanie Cuff-Schoettle, Diplom-Psychologin, Gründerin der Plattform MyUrbanology und ehemalige Beraterin bei OPRA – Psychologische Beratung von Opfern rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt, besprochen: