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Florence Kasumba über Black Panther, ihre Rolle im Tatort und Kung-Fu

Fotocredit: Diane Betties

Im Gespräch mit Schauspielerin Florence Kasumba 

“Move or you will be moved” Mit diesem kleinen Satz stahl die Schauspielerin Florence Kasumba anderen Hollywoodgrößen, wie Scarlett Johansson, 2016 im Marvel-Film “Captain America: Civil War” die Schau. Als Kriegerin Ayo war sie anschließend auch in “Black Panther” und “Avengers – Infinity War” zu bestaunen. Seit 2019 ist Florence Kasumba als Tatort Kommissarin Anaïs Schmitz im deutschen Fernsehen unterwegs. Außerdem spielte sie in den letzten Jahren in Serien wie “Deutschland ’86” und jüngst in der Sci-Fi Serie “Spides” mit. Florence Kasumba springt mit Leichtigkeit zwischen großen Hollywoodblockbuster und kleineren Produktionen hin und her. 

Im Gespräch mit RosaMag erzählt die Schauspielerin, wie sie an ihre Rolle in Black Panther gelangt ist und, was es ihr bedeutet im Tatort mitzuspielen. Außerdem spricht sie über die Unterschiede zwischen Hollywood- und deutschen Produktionen und verrät, welche Tipps sie für junge Nachwuchsschauspielerinnen parat hat. 

Dich als Tatort Kommissarin im Urgestein des deutschen Fernsehens zu sehen, ist für viele Schwarze Menschen in Deutschland inspirierend. Was bedeutet es für dich?

Eine Kommissarin in Deutschlands ältester Krimireihe zu spielen, bedeutet mir sehr viel, weil es schon lange ein Traum von mir war, Teil eines Ermittler*innenteams zu sein. Ich bin mit der Reihe aufgewachsen, habe damals beim Schauen mitgefiebert und genieße es heute, den Täter*innen als Anaïs Schmitz auf die Spur zu kommen.

Wie bereitest du dich auf die Rolle der Anaïs Schmitz vor?

Vor Drehbeginn trifft sich das Team (Regie, Schauspieler*innen, Autor*innen, Redaktion), um den Fall zu besprechen. Es gibt Leseproben und Einzelgespräche. Ich erhalte in diesen Momenten einen Eindruck von den unterschiedlichen Rolleninterpretationen, sehe, wie die Kolleg*innen agieren und spüre, wie sich die Szenen beim Dreh anfühlen könnten. Wenn die Dialoge fix sind, fange ich an, meine Texte auswendig zu lernen. Ich übe den Umgang mit der Kurzwaffe, wenn ich während der Dreharbeiten Gebrauch von einer Waffe mache. Regelmäßiges Training gehört auch zu meiner Vorbereitung, damit ich körperlich fit bin.

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In The Avengers und in Black Panther spielst du die Kriegerin Ayo. Wie kam damals die Zusammenarbeit mit Marvel zustande?

Ich habe 2014 für eine Marvel Produktion vorgesprochen. Den Job habe ich damals nicht erhalten, aber die Kreativen sind so auf mich aufmerksam geworden. 2015 wurde The First Avenger- Civil War gedreht. In dem Film taucht Ayo zum ersten Mal im MCU als Security Chief auf. Sie ist Mitglied der Dora Milaje, der weiblichen Leibgarde des Königs von Wakanda. Im Sommer 2016 saß ich für ein Kennenlerngespräch in Los Angeles im Castingbüro. Wenige Tage später kam das Angebot für Black Panther.

Du trainierst seit Jahren Kung Fu und andere Kampfsportarten. Wie wichtig ist es dir deine Stunts selbstmachen zu können?

Ich bin mit Sport aufgewachsen, habe neben Gesang und Schauspiel auch Tanz studiert und interessiere mich für asiatische Kampfkunst. Das ist meine Leidenschaft und auf das Training möchte ich nicht verzichten. Ich liebe die Bewegung im Raum und den Umgang mit klassischen, asiatischen Waffen. Wenn eine Figur, die ich spiele, kämpfen muss, hilft es mir sehr, dass ich das Erlernte abrufen kann. Aber: Sicherheit geht immer vor. Ich weiß, wo meine Grenzen liegen und möchte mich beim Dreh nicht unnötig verletzen. Es bringt mir nichts, wenn ich mich in einer Produktion überschätze, mich verletzte und deshalb in einem anderen Projekt ausfalle.

Wie unterscheiden sich Hollywood- von deutschen Filmproduktionen?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass US Produktionen, in denen ich mitgewirkt habe, immer mehr Zeit und Mittel für die Vorbereitung hatten. Schauspieler*innen wurden lange trainiert (allgemeine Fitness, Waffengebrauch) oder gecoacht, wenn man einen Dialekt oder eine Fremdsprache beherrschen musste. Ich war bei Panther und Avengers beeindruckt, welche körperlichen Fähigkeiten meine Kolleg*innen haben.

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Photo: @shotby_dianebetties #florencekasumba

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Und wie ist es für dich von eher kleineren Produktionen zu großen Blockbustern zu wechseln? Ändert das etwas an deiner Arbeitsweise?

Bei sehr großen Teams ist es manchmal eine Herausforderung, innere Ruhe zu bewahren. Bei einem Team von 300 Leuten hat jede Person ihre Aufgabe, die sie ausführt. Das geschieht nicht tonlos. In solchen Situationen muss ich alles, was stört, ausblenden. Ich habe das gelernt, indem ich viel meditiere.

Du hast in den Niederlanden eine klassische Tanz-, Schauspiel- und Gesangsausbildung absolviert und beispielsweise eineinhalb Jahre in Hamburg beim König der Löwen Musical mitgespielt. Vermisst du es auf der Bühne zu stehen?

Ich mag beides, das Spielen vor der Kamera und auf der Bühne. Aktuell genieße ich die unterschiedlichen Projekte, in denen ich vor der Kamera mitwirke. Um täglich in einer Musicalproduktion zu spielen fehlt mir gerade die Zeit.

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Welche Rolle würdest du gerne noch spielen?

Ich spiele gerne in Fantasie und Science-Fiction Produktionen und mag es, wenn Figuren übermenschliche Fähigkeiten haben. Ich würde gerne eine Gestaltwandlerin spielen.

Was würdest du jungen Frauen raten, die sich für die Schauspielerei entscheiden?

Wer als Schauspielerin arbeiten möchte, sollte Erfahrung im Spiel sammeln. Als Kind oder Jugendliche kann man einer Theater AG, Gruppe oder einem Verein beitreten. In einer Ausbildung oder im Studium hat man die Möglichkeit, sich in vier Jahren gezielt auf das Handwerk zu konzentrieren. Wer die Möglichkeit hat, als Statistin, Komparsin oder Kleindarstellerin zu arbeiten, sollte dies nutzen. Je mehr Fähigkeiten (Sprachen, Instrumente, Kampfsport, Gesang, Tanz, Akrobatik, etc.) man besitzt, desto mehr Möglichkeiten hat man auf dem Arbeitsmarkt. Man braucht Ausdauer, Disziplin und sollte in der Lage sein, mit Ablehnungen umgehen zu können.

Celia-Parbey

Celia

Celia macht derzeit ihren Master an der Humboldt Universität zu Berlin und arbeitet nebenbei als freie Autorin für verschiedene Online- und Printmagazine. Bei RosaMag ist sie Leiterin des Ressort Menschen und interviewt dafür spannende Schwarze Persönlichkeiten aus Deutschland und der Welt.

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