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RosaMag - das erste Online-Lifestylemagazin für afrodeutsche Frauen.

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ROSAMAG ist ein Online-Lifestylemagazin, dass afrodeutsche Frauen und Freunde informiert, inspiriert und empowert. ROSAMAG porträtiert die facettenreichen Lebenswelten der modernen schwarzen Frau. Von natürlichen Pflegetipps für Afrolocken, inspirierenden Interviews, mitreißenden Kommentaren und beflügelnden Reportagen - Wir zelebrieren afrodeutsche Frauen! Wir möchten Vorbilder schaffen und unsere Diversität zeigen.

Ein Portrait von der Gründerin und Kreativen: Linda Nübling.

“Gurlz with Curlz” im Gespräch mit Linda Nübling

Im Gespräch mit Linda Nübling, Business Ladies Insights

Linda ist Kommunikationsdesignerin und hat mit Studio Nüe ihr eigenes Kreativbüro im Herzen Münchens. Durch das Fotoprojekt “Gurlz with Curlz” sind wir auf Linda aufmerksam geworden. Unter dem Motto “Wir sind mehr als Klischees” hat Linda in Zusammenarbeit mit der Fotografin Meki Fekadu unterschiedliche Frauen mit afrodeutschen Hintergrund porträtiert. Die Message lautete: Wir sehen nicht alle gleich aus. Ich freue mich sehr, dass wir mit der 31-jährigen Gründerin sprechen konnten. Vor allem habe ich mich für ihr Unternehmertum interessiert und wollte herausfinden: Wie schafft sie den Spagat zwischen Kommerz und Herzensprojekte?

Was ist das Studio Nüe?

Mein eigenes Kreativbüro, das nicht nur auf Branding und klassisches Grafikdesign

spezialisiert ist, sondern auch Ausstellungskonzeption und -design für Graphic Art anbietet. Wir konzipieren, organisieren und veranstalten Ausstellungen für Designer und Fotografen, die ihre kreative Ader zeigen wollen und sich selbst nicht zwangsläufig als klassische Künstler bezeichnen würden.

Warum hast du Studio Nüe gegründet?

Ich wollte eine Basis schaffen mit der ich meine Vision, wie mein Job auszusehen hat, real werden lassen kann. Ich wusste nie und weiß es auch nach wie vor nicht, wo ich eines Tages in und mit meinem Job sein werde. Aber das WIE kenne ich ganz genau: ich liebe es mit Menschen und im Team zu arbeiten. Und darauf arbeite ich hin.

Gab es einen bestimmten Schlüsselmoment?

Ja, als ich aus meinem alten Coworking-Space rausgegangen bin und mit 3 Freundinnen ein 220qm Büro übernommen habe. Da wusste ich: den Fokus nur auf mich bzw. meine Person und das Freelancen zu legen, ist mir zu eindimensional. Ich will etwas Größeres schaffen.

Was reizt dich am Unternehmertum?

Das man jeden Tag etwas „angehen“ kann. Alle Chancen sind jeden Tag da und du kannst jeden Tag etwas verändern. Ich finde es toll etwas zu schaffen bei dem andere Menschen Lust haben mitzuwirken, die mich und meine Werte verstehen, schätzen und sie mit mir teilen möchten.

Was ist dein Ziel hinter Studio Nüe?

Genau einen solchen Arbeitsplatz für mich und andere zu schaffen, bei dem wir alle gemeinsam an spannenden Projekten arbeiten können und dabei genug gutes Geld verdienen, um unsere Leben angenehm zu gestalten.

Was bietet Studio Nüe genau an?

Wir bieten Branding, Grafikdesign und Ausstellungsdesign an. (Marken-)Identitäten zu verstehen und ihnen ein Gesicht zu geben, in dem sie sich selbst wiedererkennen, ist für uns die höchste und schönste Disziplin. Konzeption und Gestaltung ist natürlich unser Werkzeug dafür. Mit dem Bereich Ausstellungsdesign beschäftigen wir uns auch schon einige Jahre und finden es immer sehr spannend, wie man vom Zweidimensionalen ins Dreidimensionale gelangt und nicht nur visuell, sondern auch inhaltlich neue Welten aufmacht.

Was ist das Projekt “Gurlz with Curlz”?

Es ist eine Ausstellung, die ich konzipiert und in Zusammenarbeit mit meiner Freundin, der Fotografin Meki Fekadu aka @Zombienanny, umgesetzt habe. Sie zeigt Portraitaufnahmen von deutschen Frauen mit ethnischem Hintergrund (überwiegend afrodeutsche Frauen), deren lockiges Haar nicht unterschiedlicher sein könnte. Die Frage „Darf ich mal deine Haare anfassen?“ begleitet diese Frauen seit ihrer Kindheit und ist schon früh ein Eindringen in ihre Intimsphäre. Das als solches zu erkennen und zu verstehen, war die Grundintention von GURLZ WITH CURLZ. Ich wollte endlich einmal Aufmerksamkeit auf genau dieses sensible Thema lenken. Deutsche Frauen mit ethnischem Hintergrund sehen nicht alle gleich aus. Diversität ist in jeder Nationalität vorhanden. Stereotypen und Klischees sollten endlich der Vergangenheit angehören. Deswegen habe ich dieses Projekt ins Leben gerufen.

Was war deine Motivation dahinter?

Vor allem eine persönliche. Ich habe lange meine ghanaischen Wurzeln verleugnet, um besser in die deutsche Gesellschaft zu passen. Dies hat bei mir oft unbewusst stattgefunden. Vieles habe ich erst rückblickend erkannt und verstanden, dass ich mir dadurch etwas von meiner Identität genommen habe. Und wenn es mir so ging, dachte ich, dann geht es vielen anderen Frauen mit ethnischem Hintergrund manchmal bestimmt genauso. Diese Erfahrungen zu teilen und sich auszutauschen hatte etwas Heilendes für mich.

Wie ist das Projekt angekommen?

Die Resonanz war wirklich immens und durchweg positiv. So viele Frauen und Mädchen konnten sich mit dem Thema identifizieren und haben sich gefreut, dass es endlich mal so etwas gibt. Wir wurden zig mal auf Instagram und Facebook verlinkt und geteilt und hatten ein Interview bei derSüddeutschen Zeitung.

Was hat die Ausstellung in dir verändert?

Sie hat mir gezeigt, dass es wichtig ist über die Dinge zu sprechen, die einen beschäftigen und dass es immer Menschen gibt, die diese Dinge nachempfinden können. Ignoranz hilft bei diesem Thema NIE. In den Austausch zu gehen, sich gegenseitig zu unterstützen und Verständnis zu zeigen ist der Schlüssel zu einer friedlicheren Kommunikation und mehr Toleranz und Empathie in unserer Gesellschaft. Was wir nämlich dringend brauchen.

Warum hast du davor nicht über Rassismus gesprochen?

Weil ich dachte, wenn ich nicht darüber spreche, dann existiert er auch nicht und ich muss mich nicht damit beschäftigen, rechtfertigen oder mich mit den Emotionen von auseinandersetzen, die in mir dadurch getriggert wurden / werden.

Gab es einen Schlüsselmoment, der dich zu “Gurlz with Curlz” motiviert hat?

Ja, der Anruf von meinem lieben Freund Ozias. In dem er mich gefragt hatte, ob ich in den Räumlichkeiten, die er gebucht hatte, ausstellen möchte. Für mich war klar, dass das der Zeitpunkt ist, an dem ich endlich mit diesem Thema rauskommen kann.

Folgen noch weitere ähnliche Projekte?

Oh ja und zwar schon ganz bald. Eines davon wird dieses Jahr in Berlin stattfinden.

Welchen Herausforderungen müssen sich schwarze junge Unternehmerinnen stellen?

Das ist keine leichte Frage. Ich denke, sie müssen sich bewusst sein, dass es sie immer ein Stück mehr Arbeit, Enthusiasmus, Durchhaltevermögen, Mut, Geduld und Courage kosten wird als Andere. Aber das es kein Hinderungsgrund ist, die Dinge zu erreichen, die man sich erträumt.

Alles bei null: Würdest du, alles noch einmal machen?

Ja, denn offensichtlich war und ist  das mein Weg und mein Tempo, wie ich hierher gelangen konnte. Aus all diesen Erfahrungen habe ich sehr viel gelernt.

Was würdest du anderen Frauen raten, wenn sie einen ähnlichen Weg gehen möchten?

Habt eure Finanzen im Blick, kennt eure Ziele und gebt nicht gleich in der ersten schwierigen Phase auf. Geld kommt wieder, Zeit nicht.

Und zum Schluss: Was steht bei Studio Nüe und in deinem Leben noch an? 

Viel. 🙂

Ein Online-Lifestylemagazin für afrodeutsche Frauen schaffen. Genau das hat sich die 29-jährige Berlinerin in den Kopf gesetzt. Nun ist Cianis Traum wahr geworden. RosaMag informiert, inspiriert und empowert Schwarze Frauen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

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