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Ist es ok “Dreadlocks” zu sagen?

Eine neue Rosapedia Folge 

Dreadlocks, Dreads, Locks, Loc. Es gibt viele Begriffe für eine der ältesten Frisur der Welt. Doch warum ist der Begriff “Dreadlock” und vor allem “Dreads” problematisch und welche Geschichte steckt dahinter? Darüber sprechen wir heute in unserer neuen Rosapedia Folge! 

Wenn es um die Frage geht, woher Locks stammen, ist die Antwort sehr divers und abhängig davon, wen du fragst. Allerdings kam der erste archäologische Beweis aus Ägypten. Dort wurden Mumien mit ihren Locks noch intakt geborgen.

Unabhängig von ihrer Herkunft wurden Locks von fast jeder Kultur zu irgendeinem Zeitpunkt getragen. Römische Berichte besagen, dass die Kelten ihr Haar “wie Schlangen” trugen. Die germanischen Stämme und Wikinger waren auch dafür bekannt, ihre Haare in Locks zu tragen. Locks wurden von den Mönchen der äthiopisch-orthodoxen Tewahedo-Kirche, den Nazariten des Judiasmas, den Sufis von Qalandri, den Sadhu’s des Hinduismus und vielen anderen getragen! Es soll sogar Hinweise geben, dass frühe Christen Locks trugen. 

Ist es ok "Dreadlocks" zu sagen?

Doch woher stammt denn nun der Begriff? 

Zu Beginn der industriellen Revolution begann die Rastafari-Bewegung unter der Schwarz-jamaikanischen Bevölkerung an Popularität zu gewinnen. Die Rastafari beziehen ihren Glauben aus drei Hauptquellen: dem Alten Testament, der afrikanischen Stammeskultur und der hinduistischen Stammeskultur. Bevor es den Namen “Rastafari” erhielt, nannten sich seine Anhänger “Dreads”, was Respekt vor Gott bedeutet. Ein Spruch lautete: “Je länger deine Dreadlocks sind, desto näher bist du am Schöpfer.” Um den Nazaritern und hinduistischen Holymen nachempfunden zu sein, begannen sie, ihr Haar in verfilzten Stilen zu tragen, und genau zu diesem Zeitpunkt kam der Begriff “Dreadlocks” zur Anwendung. Die Rastafari-Bewegung begann auf sich aufmerksam zu machen, als Ras Tafari in den 1930er Jahren zum Kaiser von Äthiopien gekrönt wurde. Er wurde ins Exil gezwungen und viele gelobten, sich die Haare nicht zu schneiden, bis er entlassen wurde.

Rasta zu sein, ist ein Lebensstil, der die Ernährung, einige Interpretationen aus der Bibel, Spiritualität, die Ideologie Afrikas als Ursprung des Menschen und den Verzicht auf westliche Ideale und Zwänge umfasst. Soweit, so gut, aber warum ist der Begriff denn nun problematisch? Als der Rastafarianismus als Bedrohung für das Christentum angesehen wurde, begannen die Verfolgungen und somit auch die Redefinition des Begriffs “Dreadlocks”. “Dreadful”, angsteinflößend sowie die Bedeutung “Angst” wurde von nun an mit Locs in Verbindung gebracht. 

Nun zurück: Ist der Begriff Dreadlocks nun problematisch? Der kleine Abriss hat euch einen Überblick gegeben, wie sich die Bedeutung des Begriffs über die Jahrhunderte veränderte. Wenn du dich nicht als Mitglied der Rasta-Gemeinschaft identifizierst, solltest du mit diesem Begriff vorsichtig sein. Er kann jemanden leicht beleidigen.

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