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Kinder-der-Befreiung

Kinder der Befreiung

Tag der Befreiung

Der 8. Mai markiert dieses Jahr den 75. sogenannten “Tag der Befreiung”. 1945 wurden die deutschen Konzentrations- und Arbeitslager von den Alliierten befreit. Dieser Tag steht heute für das Ende des faschistischen Regimes in Deutschland. Doch von einem Ende des Faschismus, Antisemitismus, Rassismus können wir nicht sprechen und auch nicht davon, dass weiße Deutsche befreit worden sein – denn sie waren aktiver Teil des Systems und haben von ihm profitiert. In den us-amerikanischen Armeen waren auch Schwarze Soldaten an dieser Befreiung beteiligt. Im Laufe der darauf folgenden Jahre bekamen viele von ihnen Kinder mit weißen deutschen Frauen. Diese wurden fortwährend als “Besatzungskinder” stigmatisiert und zahlreichen Diskriminierungen ausgesetzt. Um zu verhindern, dass Schwarze Kinder wiederum gebärfähig werden, wurden sie systematisch Zwangssterilisiert. Viele von ihnen wuchsen isoliert in Kinderheimen in abgelegenen Dörfern auf oder wurden zur Zwangsadoption in die USA freigegeben.

Kinder der Befreiung

Die 2015 erschienene Anthologie “Kinder der Befreiung – Transatlantische Erfahrungen und Perspektiven Schwarzer Deutscher der Nachkriegsgeneration” herausgegeben von Marion Kraft, fängt diese Geschichten ein und gibt uns einen Einblick in die Lebensrealität von Schwarzen Menschen in Deutschland nach dem Jahre 45. Hier möchte ich euch einige Einblicke in die Erfahrungen dieser Generation Schwarzer Deutscher geben:

“Das Haus der Verstoßenen”

 

“Frau Diloo (die Heimleiterin) [war] der Überzeugung, es sei das Beste für diese Kinder man ließe sie bis zur Volljährigkeit, isoliert vom Rest der Gesellschaft, in dieser Abgeschiedenheit aufwachsen, um ihnen die Erfahrungen der Diskriminierung zu ersparen. […] Ein Leben als Erwachsene in Deutschland war in diesem Konzept nicht vorgesehen. Zwar sollten sie eine Ausbildung machen, aber nur eine, die sie dann später prädestinieren würde, ökonomisch und religiös in Afrika […] wirken zu können.”

– Roy Merz

Überwindung von Grenzen

 

“Mein Leben beginnt mit einer Grenzüberschreitung meiner Eltern im Sommer 1946, als mein Vater, ein afroamerikanischer Soldat, in Deutschland stationiert war und meine Mutter kennenlernte. […] Sie trafen sich heimlich, denn ihre Beziehung war in den deutschen Augen unmoralisch, galt auch nach der Niederlage des Faschismus noch als Verrat am deutschen Volk. Die Armee [sandte] meinen Vater 1946 unverzüglich in die USA zurück. Meine Eltern wussten beide um die Schwangerschaft. Von der plötzlichen Rückkehr meines Vaters in die USA erfuhr meine Mutter erst später. […] Die US-Armee verweigerte jedoch jegliche Informationen.Zu der damaligen Zeit war man auch politischen und rassistischen Gründen nicht daran interessiert, eine weiße Frau und einen Afroamerikaner zusammenzuführen. […] Ich ahnte damals nicht, dass ich für die weiße deutsche Gesellschaft ein “Problem” darstellen, dass man ständig bemüht sein würde, mir Grenzen zu setzen.”

-Ika Hügel-Marshall

Ein freies Leben?

Die Erzählungen Schwarzer Deutscher der Nachkriegsgeneration zeigen eindringlich, dass Rassismus Kontinuität hatte und weiterhin hat, ebenso wie Antisemitismus, Antiziganismus, Trans- und Queerfeindlichkeit. Der 8. Mai hat auch Schwarze Menschen physisch befreit. Doch weder sie noch afroamerikanische Väter oder deren Kinder und Enkelkinder konnten in Deutschland ein freies Leben führen. Die Hürden des Lebens in einer weiß-dominierten Gesellschaft lassen dies nicht zu und rassistische Gewalt bleibt weiterhin Alltag.

Tag des Zornes

Nach dem Attentat von Hanau in der Nacht des 19.02.2020 haben migrantische Gruppen deutschlandweit den 8. Mai zum “Tag des Zorns” ausgerufen. BIPoC und/oder jüdische sowie migrantische Menschen wurden zum kollektiven Streik aufgerufen. Um 13 Uhr gibt es einen Demo-Livestream, organisiert von der Migrantifa Berlin (@migrantifa_berlin). Lasst uns gemeinsam wütend sein, denn eins ist klar: Deutschland wurde lediglich symbolisch entnazifiziert, Funktionäre blieben in ihren Positionen und der Faschismus lebt weiter. Von Moria bis Hanau – Rassismus tötet!

Schwarz-sein in einer weißen Familie

Jena

Jena bezeichnet sich als afrodeutsch/ Schwarze Deutsche und studiert derzeit Anthropologie und Gender Studies. Im Herbst wird sie ihre Abschlussarbeit über die Schwarze feministische Bewegung in Deutschland schreiben. Außerdem ist Jena aktiv in der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung, zu ihren Schwerpunktthemen zählen hier Rassismus und Sexismus/Gender. Privat spielt sie Theater und interessiert sich für die Schnittstelle von Politik und Kunst.

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