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    dan roizer the gambia

    Maria-Yassin Jah: “Afrika ist ein wahnsinnig vielseitiger Kontinent, deshalb sind lokale Partner*innen unabdingbar”

    Fotocredit: Dan Roizer | The Gambia | Unsplash

    Im Gespräch mit Cobi Jane Akinrele und Maria-Yassin Jah

    Liebe Rosellas, heute stellen wir euch zwei Unternehmerinnen vor, die gemeinsam das fair produzierte nigerianische Superfood Moringa, auf den deutschen Markt bringen wollen. Cobi Jane Akinrele, CEO von Ake Collective und Maria-Yassin Jah, CEO von Aspuna Group, erzählen im Interview, was es mit ihrem Moringa Tee auf sich hat und warum es ihnen wichtig ist, dass die Farmer*innen, mit denen sie in Nigeria zusammen arbeiten, am Vertrieb ihres Produkts mitverdienen.

    Erzählt unseren Leser*innen doch ein bisschen von euch

    Cobi Jane: Ich bin Cobi Jane, 26 Jahre alt und CEO von Ake Collective. Derzeit lebe ich in Jos in Nigeria. Aufgewachsen bin ich aber in U.K. Bevor ich das Ake Collektive gegründet habe, arbeitete ich bei einer digitalen Verkaufsplattform für Unternehmer*innen.

    Maria-Yassin: Mein Name ist Maria-Yassin. Ich lebe seit mehreren Jahren in London und bin CEO und eine von drei Gründerinnen der Aspuna Group. Wir sind ein nachhaltigkeitsorientiertes fokussiertes Asset Management Unternehmen, das sich auf afrikanische Rohstoffe und deren Derivate spezialisiert hat. Das bedeutet konkret, dass wir vor Ort Assets designen, entwickeln und managen. Alle unsere Assets sind derzeit im Agrarsektor und unter Einbezug von bestimmten Nachhaltigkeitsanforderungen entwickelt worden. Nachhaltigkeit bedeutet für uns Mensch & Natur.

    Was unterscheidet euch von anderen Unternehmen?

    Cobi Jane: In der Regel ist es so, dass Farmer*innen kaum an Gewinnen beteiligt werden, obwohl sie den größten Arbeitsaufwand haben. Ake Collective fördert eine enge Zusammenarbeit zwischen den Kleinbauer*innen und dem Vertrieb. Ake Collective garantiert nicht nur die Bezahlung eines fairen Preises, sondern leistet auch sonstige technische und infrastrukturelle Unterstützung, sodass wir gemeinsam für eine dauerhafte Verbesserung ihrer Lebensbedingungen sorgen können.

    Maria-Yassin: Der Rohstoff -und vor allem Agrarsektor in Afrika war viel zu lange davon bestimmt, möglichst viel zu exportieren, ohne dass vor Ort Kapazitäten zur Verarbeitung von Produkten und zur fairen Einbindung von Kleinbauer*innen geschaffen wurden. Genau bei diesem Versäumnis setzt Aspuna an. Gemeinsam mit lokalen Partner*innen, wie Ake, entwickeln wir vertikal integrierte Lieferketten. Das heißt, mehr von der Wertschöpfung bleibt dort, wo die Rohstoffe oder Agrarprodukte angebaut werden. Nur so gibt es nachhaltige Veränderungen.

    Könnt ihr euren Arbeitsprozess beschreiben?

    Maria-Yassin: Wir wollen mehr Verarbeitungskapazitäten und stärkere „social impact“ Lieferketten in Subsahara Afrika entwickeln. Um unsere Vision umzusetzen, arbeiten wir mit lokalen Unternehmer*innen sowie auch Regierungs – oder Nichtregierungsorganisationen zusammen. Die Vermarktung und der Vertrieb unserer Produkte, sowie die Erschließung europäischer Märkte spielen da natürlich eine zentrale Rolle. Wir beobachten schon seit mehreren Jahren einen sehr erfreulichen Trend hin zum Konsum von Produkten, die unter ethischen Bedingungen hergestellt wurden. Diesen Trend wollen Ake und Aspuna stärken.

    Bitte erzählt uns doch etwas mehr über eure Produkte und Services.

    Cobi Jane: Ake Collective hat seinen Sitz im Nordosten Nigerias in Jos. Wir vertreiben Fonio ein Hirse ähnliches Produkt, was wie auch Quinoa zu den sogenannten Ancient Grains zählt, sowie unser neuestes Produkt den Moringa Tee. Mit unserer Hilfe werden beide Produkte von ansässigen Kleinbauer*innen angepflanzt, geerntet und dann ethisch fair vertrieben. Unsere Zusammenarbeit stellt sicher, dass die Farmer*Innen ethisch fair entlohnt werden. Im Moment verkaufen wir hauptsächlich innerhalb Nigerias und arbeiten an unserer Expansion.

    Was stellt ihr am 15.12. vor?

    Cobi Jane: Unseren Moringa Tee. Ab dann wird er auch auf dem deutschen Markt erhältlich sein. Wir haben uns auf Fonio und besonders Moringa spezialisiert, da beides hochpotente und klimafreundliche einheimische Gewächse sind. Moringa ist ein alt bekanntes einheimisches Allheilmittel, das in Nigeria schon seit Jahrhunderten konsumiert und angebaut wird. Außerdem gewinnt Moringa immer mehr Bekanntheit, aufgrund seiner Superfoodeigenschaften.

    Wie wird euer Produkt angebaut und produziert?

    Cobi Jane: Derzeit arbeiten wir noch mit Face-to-Face-Onboarding. Wir sprechen Famer*Innen persönlich an und nehmen sie in unserer Kartei auf. Unsere Farmer*innen bauen den Moringa Tee dann zu einer bestimmten Zeit selbst an. Wenn die Erntezeit anbricht, wird abgeerntet. Die Produkte werden im Anschluss über digitale Medien, wie Instagram und übers Telefon verkauft. Die Preise setzen wir gemeinsam mit den Famer*innen fest, damit alle an dem Unternehmensgewinn ethisch fair beteiligt werden.

    Was ist eure Zielgruppe?

    Cobi Jane: Bisher sind wir nur auf dem nigerianischen Markt vertreten, was sich ab Dezember ändern soll, da wir versuchen wollen, den deutschen Markt mit unserem Moringatee zu erschließen. Deutschland hat bereits eine Bandbreite an Abnehmer*Innen von Superfoodprodukten, da es dort schon länger eine Superfood-Bewegung gibt.

    Was für Ziele verfolgt ihr?

    Maria-Yassin: Vor Ort in Nigeria planen wir derzeit den Bau einer größeren Verarbeitungsstelle, um die Produktion zu erhöhen noch mehr Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen.

    Welche Schwierigkeiten ergeben sich bei der Erschließung europäischer Märkte?

    Cobi Jane: Da jedes Land seine eigenen Wirtschaftsbestimmungen hat, wird unser Produkt sehr genau unter die Lupe genommen. Da es ein nigerianisches Produkt ist und es dort sowohl angebaut als auch weiterverarbeitet wird, gibt es immer wieder Hindernisse. Natürlich spielen auch manchmal Vorurteile eine Rolle, da manche sowohl die Qualität als auch die Reinheit des Produkts hinterfragen.

    Welche Ratschläge würdet ihr Unternehmer*onnen geben, die in Nigeria oder wie im Falle Aspunas im subsaharischen Afrika ein Produkt auf dem Markt bringen und vertreiben wollen?

    Cobi Jane: Als Unternehmerin kann das Leben manchmal sehr einsam und überfordernd sein. Es ist wichtig, seine sozialen Kontakte aufrechtzuerhalten und mit sich selbst achtsam zu sein und sich auch mal eine Pause zu gönnen.

    Afrika ist ein wahnsinnig vielseitiger Kontinent, deshalb sind lokale Partner*innen unabdingbar.

    Maria-Yassin: Es ist sehr wichtig, sich anfangs gute Partner*innen zu suchen, mit denen man ein gemeinsames Ziel verfolgen kann. Als Gründerin ist es unmöglich, alle Kompetenzen allein abzudecken. Gute Partnerschaften, die auf ähnlichen Zielen basieren, können da eine wichtige Stütze sein – man kann so gemeinsam wachsen. Das ist sicherlich nicht nur für Subsahara Afrika wichtig. Aber in Strukturen, die oft noch nicht gefestigt bzw. sehr dynamisch sind, ist ein*e vertrauenswürdige*r Partner*in äußerst wichtig. Afrika ist ein wahnsinnig vielseitiger Kontinent. Jedes Land, und oft jede Provinz innerhalb von vor allen den großen Staaten, hat seine Eigenheiten. Das darf man nicht unterschätzen, deshalb sind lokale Partner*innen unabdingbar. Und dann kommen noch die Aspekte von Alter und Geschlecht ins Spiel, sich als junge Unternehmerin in einer sehr Männer dominierten Branche zu behaupten ist nicht immer leicht und birgt auch Tücken. Manchmal kann es zu Kommunikationsschwierigkeiten kommen oder man wird aufgrund des Alters unterschätzt.

    Cobi Jane: Wichtig ist denke ich auch, dass wir unser Repertoire im Kopf erweitern. Viele kennen die unterschiedlichsten schwarzen Persönlichkeiten aus Kunst und im Sport, doch dass es auch Schwarze Unternehmer*Innen gibt, ist für viele neu. Schwarze Menschen arbeiten mittlerweile in den unterschiedlichsten Branchen der Welt. Die Sichtbarkeit Schwarzer Unternehmer*innen ist sehr wichtig, da sie uns vor Augen führen, dass wir mittlerweile weltweit in allen Gesellschaftsschichten vertreten sind.

    Wo können sich unsere Leser*innen über euch und eure Produkte informieren?

    Cobi Jane: Wer mehr über uns wissen möchte, kann uns unter https://www.ake.com.ng/ und Instagram @akecollective suchen. Am besten kommt ihr am 15.12.21 zu unserem online Ake Collective Produktlaunch.

    Maria-Yassin: Auf aspuna.com könnt ihr außerdem mehr über unsere Unternehmensstruktur, Standorte und Projekte erfahren.

    maimouna

    Maimouna

    Maimouna Jah ist Mutter, Afrikanistin, Ethnologin, freie Autorin, Lyrikerin und Sängerin. Sie wurde 1990 in Frankfurt am Main geboren und absolvierte Oktober 2016 ihren B.A. in Afrikanistik und historische Ethnologie. In Ihrem Studium beschäftigte sie sich mit der Systemlinguistik in Afrikanischen Sprachen, sowie Soziolinguistik und postkoloniale Theorie. In ihrer Abschlussarbeit schrieb sie über „Talking Drums in Afrika“ und erforscht derzeit die Sabar-Trommelsprache, der Wolof aus Senegal und Gambia. Sie arbeitet als freie Deutschdozentin, macht ihren M.A. in Afrikanistik an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und zieht ihren Sohn groß. Bei RosaMag ist sie für Locspflege, Mutterschaft und Selfcare zuständig.

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