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Nadiiife

Nadiiife: “Mich nervt es manchmal, wie Schwarze Sänger*innen in eine Schublade gesteckt werden”

Bild: norman_wo

Im Gespräch mit Sängerin Nadiiife

“Du bist schwarz und hast Locken? Dann machst du entweder Rap, Soul oder Jazz,” Nadiiife erfüllt dieses “Klischee” nicht. Ihre Musik bewegt sich zwischen Pop und Singer/Songwriter. Die Sängerin macht schon ihr Leben lang Musik. Bevor sie sprach, sang sie ihre eigenen Lieder. Sie ist fröhlich, verrückt, kreativ und einfühlsam. Neben ihrer Musik, studiert sie Wirtschaftspädagogik in Düsseldorf und bearbeitet Bilder bei einer Modelagentur. Was sie anderen Sänger*innen rät, wie sie mit den Klischees umgeht und wie ein Song überhaupt entsteht, verrät sie uns im Interview:

Wer warst du in deinem vorherigen Leben?

Ich denke, dass ich aufgrund meiner übermäßigen Liebe zu Katzen, ein flauschiges Kätzchen mit Locken gewesen sein muss. Anders kann ich mir meine Liebe zu Katzen nicht erklären haha.

Wie würdest du dich Selbst bezeichnen?

Ich würde mich selbst, aufgrund der vielen prägenden Ereignisse in meinem Leben, die von Mobbing, aufgrund meiner lockigen Haare in der Schule bis hin zu nicht erfüllten kulturellen Erwartungen, als stark, mutig und ehrgeizig beschreiben.

Außerdem habe ich mir schon als Kind vorgenommen, mich niemals aufgrund von schlechten Erlebnissen verbittern zu lassen und stets offen und herzlich zu sein.

Was inspiriert dich?

Mich inspirieren ganz stark Menschen, die nicht aufgeben und es geschafft haben, sich dennoch durchzusetzen, obwohl Ihnen jegliche Wünschen oder Talenten von anderen einst abgesagt wurden.

Dies sind für mich nicht unbedingt angesagte Stars oder Politiker sondern auch ganz normale Menschen und Freunde aus meinem Leben. 

Nadiiife

Bild: norman_wo 

Wie bist du zur Musik gekommen?

Ich mache eigentlich schon mein ganzes Leben Musik.

Ich erinnere mich daran, dass meine Mutter mal zu mir sagte:“ Bevor du angefangen hast zu sprechen, hast du bereits deine eigenen Lieder vor dir her gesummt“.

Mit zehn oder elf Jahren kam ich dann in die Musikschule, um Klavierspielen zu erlernen. Dort blieb ich dann, bis ich mein Abitur in der Tasche hatte. Parallel zur Musikschule fing ich an in mehreren Bands verschiedener Genre zu singen, um selber meinen „musikalischen Horizont“ zu erweitern. Ich war ganz besonders in sogenannten Worship-Bands tätig, moderne christliche Popmusik, die mir ebenfalls dazu verhalf, stimmlich auf eine ganz andere Ebene zu kommen.

Jedoch hatte ich immer schon den Wunsch etwas „eigenes“ zu machen, um das, was ich denke und fühle, durch die Musik zum Ausdruck zu bringen und Menschen mit einer ermutigenden Botschaft zu erreichen.

Kannst du von der Musik leben?

Nein, ich kann leider nicht von der Musik leben, natürlich wäre das ein absoluter Traum für mich. Aber momentan produzieren und finanzieren mein Mann Hendrik und ich noch alles selbst.

Was reizt dich an der Musikindustrie?

Also ich muss ehrlich sagen, dass ich die klassische Musikindustrie (Große Plattenfirmen, Vermarktung etc.) größtenteils überhaupt nicht reizend finde.

Heutzutage werden aus Künstlern häufig nur noch Produkte gemacht.

Einige schreiben Ihre Songs gar nicht mehr selbst und stecken in Verträgen drin, die den Fokus mehr auf das Geld setzen, statt auf die Kreativität des Künstlers.

Deshalb habe ich mich bewusst dafür entschieden, alles selbst zu produzieren und zu managen.

Wie entsteht ein Song?

Es ist eigentlich ganz einfach. Sobald mich ein Thema, ein Gefühl oder eine bestimmte Situation beschäftigt fange ich an darüber zu schreiben. Am besten funktioniert das, wenn ich mit einem Klavier allein bin. Oft kommt erstmal die Melodie und darauf dann der Text, der sich dann immer mehr zu einem Song erschließt. Sobald der Song steht und meinen Ansprüchen gerecht wird, präsentiere ich ihn meinen Mann. Er ist immer die erste Person, die meine Songs zu hören bekommt. Da er, aufgrund seines Musikstudiums, ein ganz anderes musikalisches Verständnis als ich besitzt, wird erstmal an dem Song geschliffen. Erst dann nehmen wir den Song auf und feilen weiterhin daran, bis er für uns „perfekt“ ist.

Wie ist es als Schwarze Frau in der Musikindustrie?

Ehrlich gesagt: Mich nervt manchmal, wie Schwarze Sängerinnen/ Sänger in eine Schublade gesteckt werden. Du bist schwarz und hast Locken? Dann machst du entweder Rap, Soul oder Jazz… Tja da muss ich leider kontern, denn nicht jeder erfüllt diese „Klischees“. Meine Musik bewegt sich beispielsweise zwischen Pop und Singer/Songwriter. 

Was rätst du anderen Frauen, wenn sie einen ähnlichen Weg gehen möchten?

Ich würde anderen Frauen dazu raten, sich keinesfalls von irgendwem oder irgendwas verbiegen zu lassen. Wenn du etwas hast, dass du mit anderen Menschen teilen möchtest, dann mach das! Und falls das, was du machst, nicht in die Erwartungen anderer Leute passt und dich in deiner künstlerischen Freiheit einschränkt, dann ignoriere deren Meinung, indem du zeigst, dass du es auch kannst.

Was bedeutet es für dich eine schwarze Frau zu sein?

Für mich, mit kenianischen Wurzeln, bedeutet dies, eine Minderheit in Deutschland zu vertreten, die oft in ihren Fähigkeiten unterschätzt wird. Wir sind nicht die stillen, armen Menschen, die aufgrund von angeblichen Sprachbarrieren, alles mit sich machen lassen, wie es einem gerade passt. Wir können in jedem Bereich, egal ob Musik oder im Studium, genauso gut, wenn nicht sogar besser sein als andere. Ich denke es ist ganz wichtig, dass Menschen das verstehen.

Ein Online-Lifestylemagazin für afrodeutsche Frauen schaffen. Genau das hat sich die 29-jährige Berlinerin in den Kopf gesetzt. Nun ist Cianis Traum wahr geworden. RosaMag informiert, inspiriert und empowert Schwarze Frauen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

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