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Zusehen ist ein beiger Hintergrund, auf dem #truediskriminierung steht.

Warum du jetzt bei der Petition gegen true fruits mitmachen solltest

“Love is in the Air”, so lautet der Werbespruch auf den Social-Media-Kanälen von true fruits, doch ein Blick auf die Kommentare von Facebook und Instagram zeigt: “Shit is in the Air”. Das Bonner-Unternehmen muss sich erneut einem Shitstorm stellen. Die Vorwürfe: Rassismus und Sexismus – schon wieder. „Schafft es nur selten über die Grenze“, „Unser Quotenschwarzer“ und „Noch mehr Flaschen aus dem Ausland“ – Was auf dem ersten Blick nach Wahlplakate der NPD aus den neunzigern klingt, ist der Slogan mit dem true fruits einen weißen Smoothie in einer schwarzen Flasche bewirbt. Die Kommunikationsstrategie des Smoothie-Herstellers lautet, radikal auffallen, um jeden Preis. Auch auf Kosten anderer. Genauer: Auf meine Kosten.

Rassismus ist für alle lustig, solange sie nicht davon betroffen sind

Jeden Tag muss ich mich dem Rassismus stellen. In Institutionen, im Beruf, auf der Straße, doch muss ich das auch im Supermarkt? Laut True Fruits schon. Die Werbung für den “Smoothie White”, der in einer schwarzen Flasche verkauft wird, wurde 2017 in Österreich unter anderem mit einem Werbeplakat mit der Aufschrift “Schafft es selten über die Grenze” beworben. Vor zwei Jahren lautete der Slogan zu diesem Getränk: “Unser Quotenschwarzer”. True Fruits hat die schwarze Edition des Smoothies mittlerweile aus dem Verkauf genommen. Dem Unternehmen waren  die Verkaufszahlen für diese Sorte zu schlecht.. Auf Instagram begründete der Konzern die Entscheidung mit dem Satz: “Seinetwegen haben wir uns oft schwarz ääähh weiß geärgert. Und auch jetzt wirft man uns wieder Rassismus vor. Uns gehen die ständigen Fehlinterpretationen auf die Nerven.” Man nehme den Smoothie nur deswegen aus dem Sortiment. “Wirklich nur deswegen. Jetzt habt ihr es schwarz auf weiß.” Zu dem Post ergänzt das Unternehmen: „Ja, wir sind diskriminierend.“ Und in kleiner Anmerkung steht dabei: „Achtung: Diese Werbung könnte von dummen Menschen missverstanden werden.“

Wir haben bei der Videokampagne von Change.org mitgemacht. Schaut das Video an, teilt es!  

Die Wiederholung von Stereotypisierung bringt uns keinen Schritt voran

Rassismus ist, dass mir jemand der weiß und privilegiert ist, sagt: Ich sei dumm, weil ich diesen “Witz” nicht verstehe. Rassismus ist auf Stereotypisierung so lange herumzureiten, dass sie mich in meinem Alltag, weit weg von dem besagten Smoothie-Hersteller, begleiten. Es ist gefährlich mit Klischees zu spielen. Sie sorgen dafür, dass wir als Gesellschaft stagnieren, da die Erwartungshaltung sich nicht verändert, wie der Rosenthal-Effekt zeigt. Dabei handelt es sich, um einen psychologischen Effekt. Wenn ich beispielsweise als Arbeitgeber*in der Überzeugung bin, basierend auf Erwartungen oder positive Stereotype, dass sich mein*e Mitarbeiter*in besonders gut entwickeln wird, wirkt sich das in Form einer „selbsterfüllenden Prophezeiung“ auch auf das Ergebnis dieser Person aus. Doch die Realität zeigt, dass ich weiterhin in der Box der “Quotenschwarzin” stagniere. Das bedeutet: Solange es Witze, Klischees und Stereotypisierung über schwarze Menschen in den Medien gibt, wird sich mein Alltag in Deutschland kaum ändern. Ich werde weiterhin eine schlechtere Bezahlung erhalten, Herausforderungen bei der Wohnungs- und Jobwahl erhalten und mich im sozialen Umfeld immer wieder behaupten müssen, weil ich ja einen “Exotenbonus” habe oder nur eine “Quotenschwarze” bin.

Gute Werbung braucht keine Klischees

Natürlich ist es ein Witz, aber dieser hat Folgen, indem er von vielen Menschen dort draußen rezipiert wird. true fruits druckt auf eine schwarze Flasche “Quotenschwarzer”, aber das betrifft meine Lebenswelt. Ich sitze in der Bahn, als schwarze Frau und muss diese Flasche sehen, ich sitze im Park und da ist sie wieder und ich muss mit ansehen, wie Leute mit solch einem rassistischen Gedankengut herumlaufen. Was mich besonders ärgert, ist die Tatsache, dass dieses Unternehmen überhaupt nicht einsieht, dass ihre Werbekampagne problematisch ist. Allen voran, weil nicht eine einzige Person in diesem Unternehmen dort drin sitzt, der oder die sich das Leben lang Witze über das Dasein als “Quotenschwarzer” anhören musste, der sich jeden Tag auf die Frage “Woher kommst”, seine eigene Daseinsberechtigung in dem eigenen Land erläutern muss, der wirklich Diskriminierung erfährt. Gute Werbung ist witzig, intelligent und muss sich nicht an Stereotypisierungen bedienen. Wir brauchen neue Bilder, statt auf koloniale Klischees herum zu kauen. Warum nutzt true fruits nicht ihre Kreativität und versucht die Welt zu verändern?

Change.org hat mit #truediskriminierung eine Petition gestartet, die sich an die Handelspartner*innen und Verkaufsorte von true fruits richtet. In sieben Tagen haben sie bereits 27.000 Unterschriften erzielt. Mach jetzt mit und setzt dich aktiv dafür ein, dass true fruits zur Rechenschaft gezogen wird.

 

Gib deinen Senf dazu!