Warum toxische Positivität Rassismus unterstützt

“Warum muss es immer so politisch sein?,” lautete die Frage meiner Freundin. Wir waren beim Essen und sie war genervt. Von mir, der Omnipräsenz von rassistischen Themen, von unbequemen Gesprächen. Ich verstehe es: Rassismus zieht schon ziemlich runter. Vor allem diejenigen, die davon betroffen sind. Deshalb ist es eigentlich nicht wirklich vereinbar mit der Dauer-Happy-gefühlten-Werbesendung auf Instagram. Hier werden “Good Vibes Only” und “Happiness” mit immens hoch schnellenden Herzchen belohnt. Ein Blick auf die erfolgreichsten Influencer*innen Deutschlands zeigt – wer politisch ist, bleibt in der Nische und wer eher auf der Oberfläche dümpelt, wird belohnt. Immerhin lautet, vom altbewährten Knigge, dass am Esstisch weder über Politik, noch über Geld oder Religion gesprochen werden sollte – also über all das, weshalb Kriege geführt werden. Diese Faustregel gilt auch im Netz. Dieser Prozess- das vehemente Festhalten an Good Vibes- wird als toxische Positivität bezeichnet. Warum es den Schmerz anderer untergräbt und warum es vor allem im Diskurs über Rassismus hinderlich ist? Das haben wir uns genauer angeschaut.