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Was bedeutet “Tokenism”?

Quoten-Schwarze oder die Vorzeige-Frau – es gibt im Deutschen kein gutes Wort, um den englischen Begriff “Token” eins-zu-eins zu übersetzen. Trotzdem kennen wir dieses Phänomen. Leider. Was hat es mit Tokenismus genau auf sich und warum hält uns diese trügerische Symbolkraft davon ab, einen strukturellen Wandel zu erreichen? Über all das sprechen wir in der neuen Rosapedia Folge! 

Die Sache mit den Symbolpositionen

Die Theorie des “Tokenism” wurde Ende der 1970er Jahre von der US-amerikanischen Soziologin Rosabeth Moss Kanter entwickelt. Kanter untersuchte die Einstellungspraxis bei einem multinationalen Konzern und stellte dabei eines fest: Frauen, die in diesem Unternehmen arbeiteten, hatten eine Alibifunktion. Ihr kennt vermutlich eines der nachfolgende Sätze: “Wir haben eine Schwarze Person im Unternehmen.” Oder “Wir haben eine Frau in der Abteilung. Alles ist paletti hier. Somit haben wir doch kein Problem mit Gender, Rassismus, Gleichberechtigung und sind ganz bestimmt nicht homophob!” Es handelt sich dabei um eine Symbolposition. Diese sollen potentielle Kritik an diskriminierenden und ausgrenzenden Verhältnissen innerhalb des Unternehmens abwenden. Wir sind nicht rassistisch, immerhin haben wir Schwarze MitarbeiterInnen.

An dieser Stelle könnten wir ja sagen. Ok, ist doch egal, wie ich den Job erhalten habe, ich verändere das System von innen heraus. Doch, so funktioniert Tokenismus leider nicht. Wenn du beispielsweise als Frau in einem männerdominierten Bereich arbeitest, erhältst du laut der Soziologin Rosabeth Moss Kanter eventuell Sichtbarkeit und wirst „exemplarisch für Frauen angesehen“, doch gleichzeitig sind die advancement prospects nicht da. Deine Aufstiegschancen sind sehr gering.  Dabei wirst du nicht als Individuum betrachtet, sondern lediglich als Repräsentantin der Kategorie „Frau“. Das bedeutet, wenn du einen einzigen Fehler machst, weil du ein Mensch bist, wirkt sich das auf die Wahrnehmung von allen Frauen in diesen Bereich aus. Gleichzeitig ist es aber auch so, dass wenn du Erfolg hast, du lediglich als eine Ausnahmeerscheinung wahrgenommen wirst. Somit erreichst du mit dieser Position keinen Vorteil für die Gesamtgesellschaft.

Eine weiterer Faktor, der beim Tokenism eine Rolle spielt ist: Falls es eventuell im Konzern noch mehr Frauen gibt, werden diese bewusst nicht zusammengesteckt. Sie könnten sich ja austauschen, gemeinsam feststellen, dass einiges im Unternehmen im Argen liegt und von innen heraus eine kleine Revolution starten. Wenn du die Funktion eines Tokeness einnimmst, möchte das Unternehmen genau das verhindern. Es soll kein Wandel entstehen. Tokens werden isoliert und merken deshalb nicht, dass sie instrumentalisiert werden.

Die Autorin Gayatri Chakravorty Spivak hat die Definition von Tokenismus erweitert. Während Kanter sich auf das Geschlecht bezog, erweiterte Spivak die Perspektive um WissenschaftlerInnen of Color. Und stellte noch einen weiteren Faktor fest. Dominante Gruppen lassen eventuell einige wenige Marginalisierte im Zentrum zu, aber sie werden nur akzeptiert, solange sie die Ideologie der dominanten Gruppe bestätigen – also dieselbe Meinung vertreten wir eh schon.

 

Der Zeit-Journalist und Autor Mohamed Amjahid hat in seinem Buch “Unter Weißen” den Tokenismus erweitert. Vermutlich kennst du auch den Satz: “Ich kenne eine Schwarze Person und die hat gesagt, dass es total ok ist, jenes oder dieses zu sagen” oder “Ich habe eine Queere FreundIn, dementsprechend bin ich super offen und kann ganz viel zu dieser Diskussion beitragen. Sie sogar dominieren.” Tokenismus findet nicht nur in Unternehmen statt, sondern auch in unseren täglichen Diskussionen und Gesprächen.

Ich würde dazu gern deine Erfahrunge hören und vor allem deine Meinung: Ist Tokenismus  per se schlecht? Wie kann man ihn auch als Türöffner nutzen, um einen Wandel hervorzurufen? All das finde ich sehr spannend und freue mich über deine Meinung!

Ciani-Sophia Hoeder

Ciani

Ein Online-Lifestylemagazin für afrodeutsche Frauen schaffen. Genau das hat sich die 29-jährige Berlinerin in den Kopf gesetzt. Nun ist Cianis Traum wahr geworden. RosaMag informiert, inspiriert und empowert Schwarze Frauen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

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COMMENTS
  • Thomas

    REPLY

    Interessante Perspektive. Wenn ich für Frauenquote bin und Frauen so fördern möchte, gerne auch schwarze Frauen, wie kann ich dabei am effektivsten kaschieren, dass es um das Frau sein geht, sodass die jeweils geförderte Frau, Förderung durch Quote hin oder her, dennoch nach außen hin keine Repräsentantin der Kategorie Frau ist?

    20. April 2020
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