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5 Afrodeutsche Bücher

Fünf Bücher für die Weihnachtswunschliste 2019

Bemerkenswerte Neuveröffentlichungen von Schwarzen Autorinnen aus diesem Jahr – zum Verschenken, Wünschen oder sich selbst schenken!

Das Jahr 2019 neigt sich dem Ende zu, die Weihnachtsfeiertage werden erwartet und befürchtet, da möchten wir einen Blick zurückwerfen auf einige der bemerkenswertesten literarischen Neuveröffentlichungen von Schwarzen Frauen aus diesem Jahr. Tolle Tipps, zum Verschenken, Wünschen oder sich selbst schenken, damit frau unter dem Weihnachtsbaum sich bei Bedarf auch mal in die Welt der Literatur flüchten kann…

Girl, Woman, Other von Bernadine Evaristo

(Original: Englisch. Derzeit noch nicht in deutscher Übersetzung verfügbar)

Der neue Roman der preisgekrönten britischen Autorin taucht in die Leben und Sorgen von zwölf sehr verschiedenen britischen Menschen ein – insbesondere Schwarzen Frauen, die sich von Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart erstrecken und miteinander verwoben sind. Von der Suche nach der eigenen Identität, dem Kampf gegen die Pa­t­ri­ar­chat, der Sehnsucht nach Unabhängigkeit und Freiheit bis hin zu den Alltagssorgen und einfach dem Leben. Auf mitreißende Weise erschafft Evaristo ihre Welten und präsentiert authentische Einblicke in die Leben Schwarzer Britinnen, die sich über mehr als ein Jahrhundert erstrecken.

Evaristo gewann für „Girl, Woman, Other“ als erste Schwarze Frau den Bookerpreis (zusammen mit Margaret Atwood). Von solch weißgeprägten, mainstream Preisen mag frau halten, was sie mag, aber gut zu sehen, dass Stimmen wie Evaristos auch weit gestreutes gesellschaftliches Gehör erreichen. Eine fesselnde Lektüre mit Perspektiven Schwarzer Europäischer Frauen. Ein tolles Geschenk, vor allem an sich selbst!

Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen: aber wissen sollten von Alice Hasters

(Original: Deutsch)

Gerade mal vor ein paar Monaten veröffentlicht, schon derart in aller Munde, dass der Eindruck entsteht dieses Buch sei schon ein fest etablierter Bestandteil der Schwarzen deutschen Ermächtigung und des afrodeutschen Kulturgutes. Nachhaltig setzt sich Alice Hasters mit insbesondere Alltagsrassismus auseinander, geht geduldig darauf ein, warum es eben doch rassistisch (und nicht nur Neugierde) ist, zu fragen ob andere Mal in die Afro-Haare fassen dürfen oder wo die wirkliche Herkunft läge. Hasters zeigt auf, wie Rassismus – weit jenseits von nur dem offensichtlichen Rechtsradikalismus – ihren Alltag als Schwarze Frau stetig prägt und, wie weiße Menschen zu einem wirklichen Umdenken beitragen können (und müssen).

Für Schwarze Frauen ein starker Widererkennungswert, ein Buch, das einem aus der Seele spricht und sich mit beeindruckender Geduld und Offenheit ausdrückt. Natürlich auch zum Verschenken an weiße Menschen geeignet, die das mal hören/lesen sollten/müssten!

[Bild Copyright: Hanser Literaturverlage]

The Old Drift von Namwali Serpell

(Original: Englisch. Derzeit noch nicht in deutscher Übersetzung verfügbar)

Old Drift - Namwali Serpell„The Old Drift“ erzählt die Geschichten dreier Familien, um den heutigen Sambesi Fluss herum angesiedelt, über mehrere Generationen hinweg. Der Fokus der miteinander verbundenen Erzählungen liegt hierbei auf den Frauen der Familien, von den Töchtern bis zu den Matriachinnen. Der Roman erstreckt sich von Zeiten des Kolonialismus über das Erreichen der (zumindest offiziellen) Unabhängigkeit Sambias bis in die Gegenwart und schwebt in einem Reichen zwischen Realismus und Fantasie, welche sich in der Wahrnehmung seiner Protagonistinnen vermischen. 

Serpell setzt sich nicht nur mit den Grausamkeiten und Absurditäten des Kolonialismus auseinander, sondern auch mit dem Post-Kolonialismus aus der Perspektive junger Schwarzer Frauen. Eine spannende Lektüre und zugleich ein wertvoller, auch historischer, Einblick in die Geschichte und Gegenwart Sambias. Ein Horizont erweiterndes Geschenk für andere oder für die eigene Wunschliste!

[Bild Copyright: Hogarth]

Brüder von Jackie Thomae

(Original: Deutsch)

Brüder - Jackie ThomaeIn ihrem Roman „Brüder“ widmet sich die afrodeutsche Autorin Jackie Thomae bewusst der Perspektive von zwei Männern, afrodeutschen Brüdern desselben Vaters, geboren im selben Jahr Anfang der 70er Jahre, die ohne Vater aufwachsen. Zwei Leben, die von den Voraussetzungen her so ähnlich klingen und doch so grundlegend unterschiedlich verlaufen.

Ein ruhigerer Roman als die bisher erwähnten und somit perfekt, um sich in die Lesewelt ein wenig zurückzuziehen, taucht Brüder in die Gesellschaften und Erlebniswelten auch vergangener Jahrzehnte ein, spiegelt viele resonierende Erfahrungen afrodeutscher Menschen wider und zeigt zugleich, wie trotz scheinbar gleicher Voraussetzungen Menschen dennoch zu maßgeblich verschiedenen Perspektiven, Ansichten und Ansätzen im Leben kommen können. Der Roman war zudem auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2019 und eignet sich ausgezeichnet zum Verschenken!

[Bild Copyright: Hanser Literaturverlage]

The Shadow King von Maaza Mengiste

(Original: Englisch. Derzeit noch nicht in deutscher Übersetzung verfügbar)

Ein Buch das innig berichtet, in Form eines Romans, über eine vergessene (und verdrängte) Geschichte und Perspektive Afrikanischer Frauen. In „The Shadow King“ geht es um die äthiopischen Kämpferinnen, die während Mussolinis Invasion Äthiopiens im Jahr 1935, nicht mehr nur die Verwundeten verarzten und Toten begraben wollen, stattdessen selbst Waffen ergreifen und in den Kampf ziehen. Es geht um die Ergreifung weiblicher Macht in einer von männlicher und weißer Gewalt dominierten Welt. Gnadenlos und lyrisch scheut Mengiste auch vor der Brutalität der Gegenreaktion nicht zurück und erschafft einen mitreißenden und zerreißenden Roman, der nicht immer einfach zu lesen ist, den frau trotzdem nicht beiseitelegen will.

Okay, das hier ist vielleicht nicht zum Verbreiten von Weihnachtsstimmung geeignet, angemerkt sei, es wird über Kriegsgewalt und sexuelle Gewalt gesprochen. Dennoch, ein so bedeutender Roman und eine derart wichtige Perspektive, dass es sich vor allem für die Wunschliste zum zukünftigen lesen unbedingt lohnt!

5 Afrodeutsche Bücher

Bonus- Tracks:

Da ich mich hier auf die Neuveröffentlichungen aus dem Jahr 2019 von Schwarzen Frauen konzentriert habe, gibt es noch ein paar Titel, die nicht in die offizielle Auswahl kommen, ich aber trotzdem heiß empfehlen kann.

 

Für den kurzen Lesehunger zwischendurch:

How long ‘til Black Future Month? von N. K. Jemisin

(Original: Englisch. Derzeit noch nicht in deutscher Übersetzung verfügbar)

Ende 2018 hat die preisgekrönte, rekordbrechende African-American Autorin N. K. Jemisin ihren ersten Kurzgeschichten Sammelband veröffentlicht, entstanden zwischen 2004 und 2017. Mit Geschichten, die zum Nachdenken anregen, nach Identitäten suchen und über die Welt spekulieren, gibt es hier jede Menge Science-Fiction, Fantasy und Afro-Futurismus zu entdecken, in gut vertragbaren, kleinen Portionen, wenn es mal nicht gleich der monumentale Roman sein soll.

Geschichte und Gegenwart der Afro-Europäer*innen:

Afropean von Johny Pitts

(Original: Englisch. Derzeit noch nicht in deutscher Übersetzung verfügbar)

Dieses Jahr erschienen und als eine Dokumentation beschrieben, setzt sich Autor Johny Pitts in „Afropean“ mit der Vielfältigkeit der Leben Schwarzer Menschen und Menschen mit afrikanischer Abstammung in Europa auseinander. Er zeigt auf, wie diese Europa und seine Identität geprägt und beeinflusst haben. Von Sheffield nach Paris und Brüssel, Amsterdam und Berlin, bis nach Moskau und vielen weiteren Städten, widmet sich der Autor in seiner Auseinandersetzung mit völlig verschiedenen Lebensperspektiven. Eine spannende Entdeckungsreise auf die er uns in „Afropean“ mitnimmt! 

Wünsche für 2020? Noch mehr hiervon auf Deutsch!

Tessa ist Theater- und Filmemacherin mit Projekten ansässig in Berlin und London. Als Autorin hat sie u.a. zum Sammelband „Hear Me Now: Audition Monologues for Actors of Colour” (Oberon Books) beigetragen und englischsprachige Theaterstücke für Kinder geschrieben. Sie hat in Großbritannien bereits mit etablierten sowie eigenen Projekten am Thema der Repräsentation und Teilhabe von diskriminierten Perspektiven in der Kultur gearbeitet und freut sich nun auch im deutschsprachigen Raum Kompliz*innen zu finden und Staub aufzuwirbeln.

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