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Rosapedia: Was bedeutet Intersektionalität?

Das Konzept der Intersektionalität ist inzwischen 30 Jahre alt und eines der wichtigsten Begrifflichkeiten, um auf mehrfach Diskriminierungen hinzuweisen. Heute erklären wir den Begriff, die Entstehung und die Bedeutung in unserer neuen Rosapedia Folge! 

Was bedeutet Intersektionalität?

Es ist ein sperriges Wort “Intersektionalität” und während es in jeglichen Critical Whiteness, anti-rassistischen und Schwarzen Feministischen akademischen Kreisen, wie das tägliche Brot aufgetischt wird, ist Intersektionalität immer noch nicht so recht im Alltag angekommen. Dabei ist das Konzept für Betroffene so griffig!

Die US-amerikanische Juristin Kimberlé Crenshaw hat bei der Benennung bewusst an das Bild einer Straßenkreuzung gedacht, welches im Englischen die “Intersection” ist. Sprich ein Ort, an dem Dinge zusammenkommen. Intersectionality ist die Anerkennung, dass jeder Menschen mehrere Identitäten hat, wie das Geschlecht, die Hautfarbe, sexuelle Orientierung und diese überlappen sich. Um konkreter zu werden, schauen wir uns die Entstehung des Begriffes an und zwar der Fall Emma DeGraffenreid.

Diese verklagte gemeinsam mit vier anderen Schwarzen Frauen im Jahr 1976 in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri ihren früheren Arbeitgeber General Motors.

Sie beklagten, dass es bei General Motors lange Praxis gewesen sei, für gewisse Jobs nur Männer einzustellen, etwa in der Fabrik, und für andere Jobs nur Frauen, etwa im Sekretariat. Darüber hinaus machten die Klägerinnen aber die Beobachtung, dass für die „Männerjobs“ zwar auch Schwarze Männer eingestellt wurden, für die „Frauenjobs“ aber nur weiße Frauen. Schwarze Frauen kamen also lange für keine der Jobkategorien in Frage. Bis 1970 habe es in der ganzen Niederlassung in St. Louis deshalb nur eine Afroamerikanerin gegeben, diese war Hausmeisterin, laut dem großartigen Artikel von Saskia Hödl in der taz, den wir in den Notes verlinken werden.

Das Gericht lehnte die Klage ab, weil es nicht anerkennen wollte, dass Menschen wegen Hautfarbe und Geschlecht gleichzeitig diskriminiert werden konnten. So hieß es damals, die Frauen müssten sich entscheiden, ob sie gegen die Diskriminierung nach Hautfarbe oder Geschlecht vorgehen wollten – eine Kombination von beidem sei nicht möglich. Da die Schwarzen Männer aber ein Beleg dafür gewesen wären, dass General Motors nicht nach Hautfarbe diskriminierte und die weiblichen Angestellten ein Beweis dafür, dass kein offensichtlicher Sexismus in der Einstellungspolitik herrschte, hatten die fünf Frauen keine Chance.

Auf der Basis dieses Falles schreib Crenshaw im Jahr 1989 eine juristische Arbeit mit dem Titel “Demarginalizing the Intersection of Race and Sex”. Darin analysierte Crenshaw dieses Loch in der Antidiskriminierungsgesetzgebung in den USA. Sie erkannte an, dass Schwarze Frauen Rassimus und Seximus erleben, die weder Schwarze Männer noch weiße Frauen nachvollziehen können.

Heute wird der Begriff nicht nur für die Erfahrungen, die Schwarze Frauen sammeln verwendet, sondern die intersection wurde zunächst um Klassismus erweitert und dann folgten Ageism, Homophobie, Xenophobie, Ableismus und Transphobie. Kriter*innen fordern weitere Punkte auf der Liste.

Das Konzept ist nicht perfekt. Doch es war das erste, welches mehrere Identitäten anerkannte. Dabei geht es nicht darum, wer auf der Diskriminierungsfront die meisten Punkte erzielt, sondern darum, einen Rahmen zu haben, um Problematiken zu analysieren. Es ist das erste Konstrukt das die Fähigkeiten schärft, nachzuvollziehen, dass eine Frau ohne Hijab andere Diskriminierungserfahrungen macht, als ohne oder eine reiche Schwarze Cis-Frau anders behandelt wird als eine mittellose Schwarze Transfrau.

Es ist der Start eines wichtigen Diskurses und die Anerkennung, dass jeder Mensch andere Privilegien genießt und wie schwierig Pauschalisierungen sind.

Kennst du den Begriff Intersektionalität? Und in welchem Zusammenhang hast du ihn das erste Mal gehört?

Du möchtest noch mehr zu diesem Thema lesen?

Dann können wir dir das Dossier des  Gunda Werner Institut empfehlen: https://www.gwi-boell.de/de/2019/04/12/intersektionalitaet-eine-kurze-einfuehrung

Und den wichtigen Artikel von Saskia Hödl in der taz, der auch die Basis unseres Videos war: https://taz.de/30-Jahre-Intersektionalitaet/!5591480/

Ciani-Sophia Hoeder

Ciani

Ein Online-Lifestylemagazin für afrodeutsche Frauen schaffen. Genau das hat sich die 29-jährige Berlinerin in den Kopf gesetzt. Nun ist Cianis Traum wahr geworden. RosaMag informiert, inspiriert und empowert Schwarze Frauen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

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