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ROSAMAG ist ein Online-Lifestylemagazin, dass afrodeutsche Frauen und Freunde informiert, inspiriert und empowert. ROSAMAG porträtiert die facettenreichen Lebenswelten der modernen schwarzen Frau. Von natürlichen Pflegetipps für Afrolocken, inspirierenden Interviews, mitreißenden Kommentaren und beflügelnden Reportagen - Wir zelebrieren afrodeutsche Frauen! Wir möchten Vorbilder schaffen und unsere Diversität zeigen.

    Studieren als Schwarze Person – Warum ich es hasse meine Bubble zu verlassen

    Fotocredit: Daniel Thomas | Unsplash

    Nachdem ich 2019 mein Abitur machte, war erst mal Schluss mit der akademischen Karriere. Ich räumte ein Jahr frei, um zu Geld zu sparen. Der Plan war, ein Pflichtpraktikum zu machen und einen Monat im Land meiner Vorfahr*innen zu arbeiten. 2020 kam die Pandemie und der Sommer, in dem weiße Deutsche realisierten, dass es in Deutschland Schwarze Menschen gibt. Mein ohnehin schon im Smartphone stattfindendes soziales Leben beschränkte sich noch mehr auf Instagram und Co. Der “BLM-Sommer” hat für viele Schwarze Creator*innen und Aktivist*innen etwas losgetreten, denn meine Plattform wuchs innerhalb von einigen Monaten von 750 auf fast 5000 Follower*innen. In Interviews und einer Talkshow habe ich bereits darüber gesprochen, dass ich weitestgehend von Hassnachrichten, Trollen und ekligen Kommentaren verschont bleibe, obwohl meine Plattform stetig wächst. Meine DMs sind voll mit Schwarzen Geschwistern und nicht-weißen Menschen, die politisch aware und inzwischen zum Teil enge Freund*innen geworden sind. Oder es melden sich weiße, linksliberale Mittzwanziger, die gerne jeden Money Pool unterstützen. Hin und wieder verirren sich natürlich auch Trolle mit 0 Follower*innen und ohne Profilbild auf meinen Account. Oder Menschen, die mir vor der Radikalisierung gefolgt sind, die sich jetzt in ihrem Weißsein extrem beleidigt fühlen. Alles in allem habe ich mir aber eine kleine Bubble aufgebaut, in der ich mich wohlfühle. Ein Jahr ohne deutsche Bildungsinstitutionen lässt Mensch ganz schnell vergessen, wie es um die Welt da draußen eigentlich steht. Ende 2020 begann ich zu studieren. Das brachte mich zurück in die deutsche Realität: Gendern ist leider immer noch nicht Alltag. Lena, Lisa und Co. denken Single-Use-Plastik sei das größte Übel, das es zu bekämpfen gibt und Diskussionen, ob wir verhungernde Schwarze Kinder auf Litfaßsäulen gut oder schlecht finden, gehören wohl einfach dazu.

    Die Fridays for Future-Nachhaltigkeits-Pilates-Self-Care-Fraktion, die Rassismus zwar sieht, aber trotzdem ständig reproduziert. Offensichtlich problematische Texte, die Dozent*innen uns lesen lassen. Zugegeben, wenn Mensch sie darauf aufmerksam macht, bekommt Mensch auch eine Entschuldigung. Diese sollte aber gar nicht nötig sein. Und rund 20 junge, weiße privilegierte Mädchen, die unbedingt später die Welt bereisen und ‘fremde, andere, interessante’ Kulturen kennenlernen wollen. Sag doch gleich exotisch, Colonizer.

    Das Schlimmste ist, wieder eine der wenigen nicht-weißen und wieder einmal die einzige Schwarze Person im Raum zu sein. Auch wenn dieser nur über Zoom stattfindet. Hier kann ich wenigstens kurz die Kamera ausschalten und mich mit meinen besten Freund*innen, die Hunderte Kilometer weit weg wohnen, kurz darüber auslassen, wie sehr mich weiße Menschen in ihrem Gaze und ihrer Ignoranz nerven. Ich rege mich darüber auf, dass es in Deutschland keine Safe(r) Spaces gibt, wenn wir über Bildung sprechen. Google mich durch HBCUs in den USA, die zwar aus tragischen Gründen entstanden sind, sich für die heutige Schwarze Student*in jedoch utopisch anhören und beinahe unbezahlbar sind. Ich denke darüber nach, meine sieben Sachen zu packen und einfach zu gehen. Aber tu es dann doch nicht, weil es eigentlich auch keine Alternative gibt. Keinen Ort, an dem Schwarze, queere Menschen einfach entspannt leben und lernen können.

    Noch acht lange Semester Studium liegen vor mir und ich bin jetzt schon müde. Müde von Einsamkeit, mangelndem Verständnis und konstanter Aufklärung zum Selbstschutz. Ich provoziere zwar gerne, spreche und schreibe offen über Rassismus und die Folgen, die weiße Existenzen für die Welt haben, manchmal möchte ich aber auch einfach nur studieren. Wie alle anderen auch.

    Latifah_

    Latifah

    Latifah hat in ihrem Leben schon in verschiedenen Ecken Deutschlands gelebt und so nach 20 Jahren zu ihrer Identität als Schwarze Femme gefunden. Nun verwaltet die den RosaMag Instagram Account, führt ihren eigenen Verein: “New Normal Saarland” und plant ihre erstes eigenes Dokumentationsprojekt. Im Oktober startete sie in ein Studium im journalistischen Bereich und beschäftigt sich weiterhin mit Themen im Bereich: LGBTQ+*, Rassismus, Lifestyle, Beziehungen und Make-Up.

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