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Toni-Dreher-GNTM

Toni Dreher: “Aufgrund der Herkunft anders behandelt zu werden, ist kein schönes Gefühl, aber ich hab mich dran gewöhnt”

Fotocredit: Sven Simon / imago images

Im Gespräch mit Model Toni Dreher

Oluwatoniloba “Toni” Dreher-Adenuga gewann 2018 die 13. Staffel der Castingshow Germanys Next Topmodel. Für die junge Stuttgarterin ging damit ein Lebenstraum in Erfüllung. Von heute auf morgen wurde sie an die Spitze der deutschen Modewelt katapultiert. Sie lief auf der Berliner- und der Pariser Fashionweek und war das Gesicht mehrerer Werbekampagnen.

Doch wie geht es ihr heute, zwei Jahre nach ihrem Sieg? Im Gespräch mit RosaMag erzählt Toni von ihrem Werdegang nach GNTM. Sie spricht über Rassismuserfahrungen in der deutschen Modebranche, ihre Leidenschaft: Poetry Slam und erklärt, warum sie nach dem Ende der Castingshow erst mal nach Berlin gezogen ist. 

Wie ist es dir seit deinem Sieg bei Germanys Next Topmodel 2018 ergangen?

Mir geht es seit dem Sieg besser denn je. Ich habe über die letzten 2 Jahre viele neue Erfahrungen und schöne Momente sammeln können. Mein Leben hat sich komplett verändert. Es ist unfassbar zu sehen, welche Entwicklung ich durchmache.

Wie würdest du die Zeit bei der Show heute bewerten?

Meine Zeit bei GNTM ist unbeschreiblich schön gewesen. Sie hat mich zu dem Model geformt, das ich heute bin. Durchhaltevermögen und die Freude am Job habe ich bis heute mitnehmen können.

Und wie würdest du dich selbst beschreiben?

Mich selbst beschreibe ich als ehrgeizig, stark und zielstrebig. Gleichzeitig bin ich aber auch bodenständig und herzlich. Nach wie vor versuche ich, andere zum Lachen zu bringen und zu inspirieren.

Welchen Herausforderungen musst du dich in deinem Alltag stellen?

Für mich ist die größte Herausforderung noch immer geduldig zu sein und dem Prozess zu vertrauen, den es benötigt, um das zu erreichen, was ich möchte. Wenn es nach mir ginge, wäre ich sogar noch weiter, als ich jetzt bin, aber ich muss auch die kleinen Erfolge wertschätzen und auf die größeren hinarbeiten.

Du machst auch Poetry Slam. Wie kam es dazu?

Ich schreibe, seit ich ein kleines Kind bin, Texte und Geschichten. Mit Gedichten hab ich etwas später angefangen und mit Poetry Slam sogar erst mit 16 Jahren. Es ist meine Art und Weise mich auszudrücken und meinen Gefühle, sowohl negativ als auch positiv freien Lauf zu lassen.

Woraus ziehst du die Inspiration für deine Texte?

Mich inspirieren alltägliche Situationen und Themen, die mich beschäftigen. Sei es Glück und Freude, Armut und Ungerechtigkeit oder Mobbing und Rassismus … jeder Text wird durch eine bestimmte Empfindung ausgelöst.

In Berlin studierst du gerade Medien und Kommunikationsmanagement. Warum hast du dich nach deinem Sieg dazu entschieden an die Uni zu gehen?

Es stand für mich nie zur Wahl nicht zu studieren. Genau wie die Teilnahme bei GNTM, war das etwas, das ich unbedingt erreichen wollte. Außerdem ist es mir wichtig, neben dem Modeln auch noch in anderen Dingen meine Skills auspacken zu können.

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Schwarze Models bemängeln weltweit die mangelnde Diversität in der Modebranche. Hattest du je das Gefühl, dass du es als Model in der deutschen Modeindustrie schwerer hast? Gibt es Unterschiede zu anderen Ländern?

Es gibt sehr große Unterschiede zu anderen Städten in der Denkweise über dunkelhäutige Models. Leider ist Deutschland da noch sehr weit hinten. Trotzdem ist es nicht so, als wäre das Thema Diversity noch überhaupt nicht angekommen. Es gibt bestimmte Brands, die Diversity unterstützen und auch gerade darauf bauen. Dort ist schön zu sehen, dass man nicht vergessen wird. Einfach ist es keinesfalls, aber das Ganze ist ein Prozess, auf den man bauen und vertrauen muss.

Hast du Erfahrungen mit Colorism gemacht?

Ich mache täglich Erfahrungen damit. Sei es auf Social Media oder bei Jobs oder im Allgemeinen. Es begleitet mich. Wenn man aufgrund seiner Herkunft anders behandelt wird, ist das kein schönes Gefühl, aber es ist etwas, was man von klein auf kennt. Ich hab mich dran gewöhnt. Das ist zwar nicht zwingend etwas Gutes, aber es ist die Realität.

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Everyone has that one smile they can’t fake ..#pure #joy

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Deine Eltern kommen ursprünglich aus Nigeria. Hast du einen Bezug zu dem Land?

Die meisten meiner Verwandten wohnen dort und ich war letztes Jahr auch seit Langem mal wieder da. Ich bin täglich mit meinen Wurzeln verknüpft, durch Sprache, Kultur, etc. Es ist nichts, was ich ablege, wenn ich irgendwo hingehe.
Ich stehe zwar nicht so eng in Kontakt mit Nigeria wie beispielsweise meine Eltern oder meine ältere Schwester, aber ich bin dennoch damit verbunden.

Welche Rolle spielt der Glaube in deinem Leben?

Mein Glaube spielt die wichtigste Rolle in meinem Alltag und auch meinem Leben. Mein Glaube begleitet mich und stärkt mich in jeder möglichen Art und Weise. Nur durch Gott bin ich die, die ich bin, nichts davon ist mein Verdienst. Es ist für mich wichtig, auch öfter mal alle wissen zu lassen, dass ich aus Gott meine Stärke und Freude am Leben ziehe.

Was rätst du Schwarzen Frauen, die auch gerne modeln möchten?

Go for it! Nichts ist unmöglich, egal wie oft man ein Nein hört und egal was andere sagen: einfach machen, durchziehen und niemals aufgeben. Die Modebranche ändert sich täglich und es ist mittlerweile in vielen Köpfen angekommen, dass Diversity wundervoll ist.

Celia-Parbey

Celia

Celia macht derzeit ihren Master an der Humboldt Universität zu Berlin und arbeitet nebenbei als freie Autorin für verschiedene Online- und Printmagazine. Bei RosaMag kümmert sie sich um das Ressort Menschen und interviewt dafür spannende Schwarze Persönlichkeiten aus Deutschland und der Welt.

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