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Kemetic Yoga

Was ist Kemetic Yoga?

Was ist afrikanisches Yoga und warum ist es für Schwarze Frauen so spannend? 

Yoga. Bei dem Wort entsteht ein Bild im Kopf: Weiße, blonde Frauen in einem stylischen, überfüllten Yogastudio. Instagram bereit, teilbar, likes sind dabei gesichert. Doch es ist vielmehr als sexy inszenierte Posen des herabschauenden Hundes oder der Sonnengruß. Der Ursprung liegt nicht in Indien, sondern in Afrika. Kemetic Yoga, ein in der Schwarzen Community neu zirkulierender Begriff, der eigentlich ein circa 7.000 Jahre altes Übungssystem ist. Kemet ist dabei der ursprüngliche Name für Ägypten und bedeutet wörtlich übersetzt Schwarz. Mit Schwarz ist nicht nur der Hautton, sondern auch das Bewusstsein gemeint. Warum ist Kemetic Yoga spannend für Schwarze Frauen, wie unterscheidet es sich von dem weitverbreiteten indischen Yoga? All diese Fragen haben wir Akosua Aset, die seit 2013 in Deutschland Kemetic Yoga anbietet und somit die Erste war sowie Luisa Konga von Yoga Konga gestellt. 

Kemetic Yoga

Der Ursprung des indischen Yogas liegt im heutigen Ägypten 

“Yoga ist hierzulande fest in weißer Hand und ist sogar ziemlich häufig komplett von Indien entkoppelt. Und die Vorstellung, dass Yoga sogar aus Afrika stammen könnte übersteigt den Horizont vieler Personen,” erklärt Luisa und ergänzt: “Für Schwarze Frauen ist Kemetic Yoga besonders reizvoll, weil wir viele Göttinnen nachahmen, um die Prinzipien, die sie verkörpern in uns zu finden und zu kultivieren.” Die Posen, die praktiziert werden, stammen größtenteils aus der Metu Neter, den Hieroglyphen. “Es wird als die Bewegung, die Mathematik, die Magie beschrieben, die die Göttinnen und Götter benutzt haben, um die Welt zu erschaffen. Das tägliche praktizieren hat das Erkennen, Wahrnehmen der eigenen Göttlichkeit zur Folge,” so Akosua. Spannend hierbei ist allen voran, die Definition von Schwarz. Ein Blick in den Duden online zeigt, dass mit Schwarz “unheilvoll, düster, niederträchtig oder illegal” assoziiert wird, was nur einen kleinen Abriss der westlichen Bedeutung des Begriffes zeigt. Doch nach der kemetischen Lehre, steht Schwarz für Weisheit, ein hohes Bewusstsein und Erfahrung, während weiß für den Beginn und etwas Unbeschriebenes steht. 

Kemetic Yoga

Wie unterscheidet sich Kemetic Yoga vom Indischen? 

Beim Kemetic Yoga liegt der Schwerpunkt auf tiefer Atmung, Meditation und der Ausrichtung des Nervensystems. Während Hatha Yoga zackig ist und sich auf the Athletik fokussiert – oder das deutsche vorherrschende zumindest, läuft es im Kemetic Yoga etwas anders ab. “In allen Yogastilen können Elemente des Kemetic Yogas wiedergefunden werden. Die meisten Körperübungen des Kemetic Yogas haben eine innewohnende Einfachheit, welche viele Menschen überrascht, die Yoga aus dem indischen Kontext mit vielen akrobatischen und verrenkenden Übungen kennen,” so Luisa. Akosua ergänzt: “Das System, das ich unterrichte, nennt sich Thef Neteru Sema Paut und wurde von Neter Aunkh Aakhu kreiert, dessen Mentor kein geringerer als Muata Ashby ist. Thef Neteru Sema Paut heisst übersetzt: Die Bewegung zur spirituellen Gesellschaft mit den Göttern und Göttinnen. Jede Bewegung und jede Pose bringt uns näher an unsere eigene Göttlichkeit und erinnert uns an die Zeit, als unsere Ahnen (die Götter und Göttinnen) die Welt erschufen.” 

„I treat myself well.” 

Ein Ausspruch aus der Pose der Göttin Maat. Sie ist Gerechtigkeit, Ordnung und Wahrheit. Im Ägyptischen Totenbuch gibt es die 42 Gesetze der Maat. Während wir in dieser Haltung sind, können wir, laut Luisa, uns ein paar dieser Gesetze durch den Kopf gehen lassen, wie unter anderem:„I have not polluted myself“, „I treat myself well“, „I come to terms with the past“.

Kemetic Yoga

“Weiße Frauen sind diejenigen, die am meisten finanziell profitieren” 

“Leider wurde mir schon häufig von rassistischen Situationen im Yogaunterricht erzählt,” erklärt Luisa auf die Frage, warum Kemetic Yoga für Schwarze Frauen spannend ist? “Yoga kam von uns und ist für uns. Mit diesem Wissen als Background, ist jede Schwarze Person viel besser in der westlichen, weiß dominierten Yogawelt gewappnet, um Diskriminierung zu entgegnen,” ergänzt die junge Gründerin. “Obwohl Yoga allermeist als eine indische Kultur gesehen wird, sind im Westen ganz klar weiße Frauen diejenigen, die es am meisten praktizieren und auch am meisten finanziell davon profitieren. Bevor Kemetic Yoga, seit den 70er Jahren, langsam an Bekanntheit und Anerkennung gewann, erkannten Schwarze Menschen nicht, dass es einen direkten Bezug zu ihnen, ihrer Geschichte als Afrikaner*innen und ersten Völker der Welt hat. Dass das Praktizieren sie direkt mit ihren Ahnen/innen, Ihrer Kultur und Gottheiten in einen Kontext bringt und dass Mann und Frau nicht reich sein muss, um es in sein Leben einzubringen und es die Lebensqualität erheblich erhöht,” fasst Akosua perfekt zusammen, die auch auf ihrer Webseite Onlinekurse anbietet, für diejenigen, die in die Kemetic Yogawelt eintauchen möchten. 

COMMENTS
  • Colette

    REPLY

    Was für ein toller Artikel.
    Ich bin absolut begeistert und versuche gerade alles zu Kemetic Yoga herauszufinden

    29. October 2019
  • yoga_Sista

    REPLY

    Hallo ihr Lieben, erst ein mal vielen Dank für den interessanten Artikel. Er bietet sicherlich eine erste Einführung für Menschen, die Kemetic Yoga nicht kennen. Auch finde ich es total gut, dass es diesen Blog hier gibt, ich respektiere die Arbeit, Ausdauer und Disziplin, die dahinter stecken.
    Im Artikel gibt einige Punkte, denen ich widersprechen möchte. Zum einen finde ich die Darstellung vom indischen Yoga nicht richtig. Die traditionellen Stile (außer Ashtanga) haben nichts mit der westlichen Akrobatik zu tun. Es geht zB darum in den Asanas (Asana= Verbindung zur Erde) Tiere und Gottheiten nachzuahmen und so zu merken, dass man eins ist mit der Welt und mit Gott. Also eigentlich sehr ähnlich wie die von dir beschriebene Intention des Kemetic Yoga. Warum wurde es in dem Artikel als Gegensatz dargestellt, a la Indien vs. Afrika? Wenn überhaupt müsste es heißen amerikanisiertes Power Workout „Yoga“ vs Yoga (Einheit mit Gott). Auch wurden ein paar Sachen in den Raum geworfen, bei denen ich mir eine näherte Erläuterung gewünscht hätte. Zum Beispiel, dass schwarze Frauen diskriminiert würden. Dazu hätte ich gerne mehr erfahren, da es meine Erfahrung überhaupt nicht wieder spiegelt. Am schwierigsten fand ich die Behauptung, weiße Frauen wären die, die am meisten finanziell davon profitieren. Yogalehrerinnen verdienen echt nicht gut (zumindest kann ich das für Berlin sagen) und die meisten Studiobesitzer hier sind tatsächlich Männer.
    Falls meine Zweifel unberechtigt sind, lasse ich mich gerne des besseren belehren und freue mich auf gute Quellen. Was ich mir in diesem Artikel noch gewünscht hätte: 1) Mehr Background und Kontext: Was sind das für unterschiedliche Systeme und wer ist dieser anscheinend so bekannte Mentor und 2) Mehr zu den Gesetzten von Maat, da das ja irgendwie das ausschlaggebende hier zu sein scheint.
    Liebe Grüße,
    Yoga_Sista

    29. October 2019
  • Martina Bailey

    REPLY

    Hallo, toll, dass es rosa – mag gibt. Es wird meiner Tochter gefallen. Der Artikel über Yoga ist interessant und ich hab Lust, etwas mehr zu recherchieren.
    Aber eins stört mich: wieso muss mal wieder die Aussage kommen: ja, die weissen Frauen,die haben mehr vom Yoga?
    Yoga ist nicht nur Asana, es beinhaltet moralische /ethische Grundsätze und weisse Frauen haben durch die Generation’68 sich Zutritt zu alternativen DENKEN und Lebensformen gefunden.
    Zugang zu Yoga ist jedem möglich und eine Ausbildung zur Yogalehrerin hat nichts mit Hautfarbe zu tun. Es gibt viele junge Frauen, die sich von wenig Geld Kurse leisten.
    Und…..die Aussage, dass indisches Yoga sich mehr um Verrenkungen( eine extrem inkompetente Aussage, wenn Frau sich mit Yoga beschäftigt hat, zumal es viele verschiedene yogasysteme gibt). Denn der Atem(prana) spielt eine sehr grosse Rolle in jedem Yogasystem.
    Trotzdem finde ich es großartig, was ihr da ausgegraben habt. Und im Sinne von Yoga bitte ich , baut keine neuen Barrieren und Vorurteile auf. Geht selbst auf Instagram. Frau muss sich nicht an den Eitelkeiten anderer reiben. Wie die Beatles schon sangen: COME TOGETHER
    Es grüßt martina, Mutter von 2 erwachsenen afodeutschen Kindern

    6. January 2020
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